Jeder, der ein Betriebssystem für seinen Computer sucht, will eine Edition haben, die zu den individuellen Anforderungen optimal passt. Der große Nachfolger von Windows XP ist Windows Vista. Erstmals hat Microsoft ein Betriebssystem in so vielen verschiedenen Versionen herausgegeben. Um trotzdem die geeignetste Edition heraussuchen zu können, haben wir diesen Artikel vorbereitet.

Windows Vista Starter

Obwohl die schwächste Version namens Windows Vista Starter in Europa nicht erhältlich ist, sondern ausschließlich für Entwicklungsländer gedacht ist, muss sie der Vollständigkeit halber genannt werden. Diese Edition ist stark eingeschränkt. Nur drei Programme lassen sich gleichzeitig ausführen und die Aero-Glass-Optik fehlt. Von 64-Bit-Unterstützung und einer Bildschirmauflösung über 1024×768 kann man nur träumen. In Sachen Hardware ist die Limitierung des unterstützen Arbeitsspeichers auf 256 MB RAM sehr bitter.

Windows Vista Home Basic

In Europa ist Windows Vista Home Basic die grundlegendste Version und direkter Nachfolger von XP Home Edition. Dieses Betriebssystem ist vor allem für den Heimgebrauch gedacht, weshalb gleichzeitig eingehende Netzwerkverbindungen auf 5 limitiert sind und in der 64-Bit-Edition maximal 8 GB RAM Arbeitsspeicher unterstützt wird. Alle 32-Bit-Editionen können maximal 4 GB RAM verwalten, was auf technologische Beschränkungen zurückzuführen ist und nicht auf Einschränkungen seitens des Betriebssystems.

Windows Vista Home Premium

Windows Vista Home Premium ist eine erweiterte Edition für Privatnutzer. Im Vergleich zu Home Basic bietet Premium viele weitere Features. Dazu gehört die schicke Oberfläche namens Aero Glass, Tablet-PC-Funktionen und Windows SideShow. Mit SideShow ist eine Technologie gemeint, die ermöglicht, mehrere Anzeigegeräte an einen PC anzuschließen und zu betreiben. Dabei lassen sich auf den Displays verschiedene Informationen anzeigen. Weitere Features beziehen sich auf mediale Erlebnisse. Windows Media Center ermöglicht die Einrichtung einer Zentrale, von der aus Filme, TV-Programme, Radio und Musik organisiert und wiedergegeben werden. Dank dem DVD Maker ist in Home Premium ein vollwertiges DVD-Authoring-Tool dabei, mit dem sich Video-DVDs samt Menüs produzieren lassen. Wer Video bequem schneiden und ausgeben will, wird sich über Movie Maker HD freuen. In dieser Edition sind doppelt so viele gleichzeitige, eingehende Netzwerkverbindungen möglich wie in Home Basic. Benutzer die eine hohe Leistung erwarten, wird freuen, dass Windows Vista Home Premium (64-Bit) in der Lage ist, bis zu 16 GB RAM Arbeitsspeicher zu verwenden.

Windows Vista Business

Windows Vista Business richtet sich in erster Linie an Unternehmen und gilt als Nachfolger von Windows XP Professional. Diese Edition enthält alle Features von Windows Vista Home Basic und zahlreiche weitere Funktionen, die zum Teil nicht mit Home Premium übereinstimmen. Enthalten sind Aero Glass, SideShow und Tablet-PC-Funktionen. Zusätzlich wird Domänen-Mitgliedschaft ermöglicht, die vor allem zur zentralen Verwaltung, Prüfung und Autorisierung von Benutzern sowie Computern in einem Firmennetzwerk benutzt wird. 10 gleichzeitige, eingehende Netzwerkverbindungen sind möglich. Ein interessantes Feature ist Remotedesktop. Damit lässt sich eine Verbindung zu einem anderen Windows-PC herstellen und der dortige Bildschirminhalt auf dem eigenen Monitor anzeigen. Danach kann man den gegebenen Computer genauso steuern wie den eigenen. Dies ist praktisch, um Wartungsarbeiten aus der Ferne durchzuführen. Eine weitere Funktion, die vor allem in Unternehmen genutzt wird, ist die Synchronisation zwischen PCs und NTFS-Schattenkopien zur automatisierten Datensicherung. Mit Windows Vista Business lassen sich erweiterte Hardwarelösungen verwenden mit bis zu 2-CPU-Chips (unabhängig von der Anzahl der Kerne) und 128 GB RAM (in der 64-Bit-Edition). Im Vergleich zu Home Premium fehlen hier die medialen Tools: Windows Media Center, DVD Maker, Movie Maker HD.

Windows Vista Enterprise

Windows Vista Enterprise ist nur für Großkunden verfügbar. Diese Edition enthält alle Features von Windows Vista Business und zusätzlich BitLocker, Virtual PC Express sowie Mehrsprachigkeit. BitLocker ist ein Datenträgerverschlüsselungstool, das Festplatten im Fluge chiffrieren und per Passwort oder USB-Schlüssel schützen kann. Virtual PC Express ist eine Software für virtuelle Maschinen, mit der ein kompletter PC emuliert wird. So ist es möglich, mehrere Systeme gleichzeitig auf einem PC zu betreiben.

Windows Vista Ultimate Edition

Windows Vista Ultimate Edition enthält alle Funktionen der Vorgänger und ist somit die beste Wahl für ambitionierte PC-Benutzer. Exklusiv für Ultimate-Nutzer hat Microsoft sogenannte Extras bereitgestellt, zu denen zusätzliche Spiele, Soundschemata und Windows DreamScene gehören. Bei dem letzten Feature handelt es sich um ein Tool, mit dem bewegte Diashows oder ein Video als Desktop-Hintergrund wiedergegeben werden kann.

Die genannten Versionen gibt es auch als N-Editionen. Diese Fassungen sind die Reaktion auf eine Vorschrift der EU-Wettbewerbskommission, die Microsoft aufgefordert hatte, auf den Windows Media Player zu verzichten, um Konkurrenzunternehmen aus dem Multimedia-Segment nicht zu benachteiligen. Die N-Editionen kommen also ohne dieses Medienwiedergabe-Tool.